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(Abbildung: Einladungskarte)

Archiv
23.11.19 – 24.01.20
Verein zur Förderung von Kunst und Kultur am Rosa-Luxenburg-Platz e.V.
Linienstr. 40
10119 Berlin

Weiter Veranstaltungen:

Raimar Stange & Martin Zellerhoff: „Von Archiv bis Zellerhoff – Gedanken zur künstlerischen Arbeit von Martin Zellerhoff“(dt.),  18.12., 19:00 Uhr 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Geöffnet: Mi-Fr 14-18 h und auf Anfrage / Winterpause: 21.12.19 – 6.1.20

Speicher, Depot, Archiv, Museum  – Orte an denen Erinnerung traditionelle abgelagert werden, sind längst nicht nur Metaphern sondern konkrete Formen zeitgenössischer Kunst geworden. Bei Martin Zellerhoffs 63teiliger Serie Archiv handelt es sich um die Abbildung einer eben solchen Sammlung, angelegt als Arbeitsmaterial und private Gedächtnisstütze einer Kunsthistorikerin. Zellerhoff fotografierte die Dia-Sichtkassetten aus transparentem Kunststoff auf einem Leuchttisch, auf dem man im Zeitalter der analogen Fotografie Dias und Negative mit der Lupe betrachtete und sortierte.  Der leicht desolate Zustand des Konvoluts scheint jene Bildtheorien, die den Untergang dieses Mediums vorhergesagt hatten, zu bestätigen.

Zellerhoff, dessen Praxis sich seit langem mit Konventionen der Bildproduktion und -präsentation befasst, reflektiert in Archiv den parallelen Prozess des Verschwindens von Motiv und Medium aus der Doppelrolle des Mannes hinter der Kamera und Bildredakteurs seine eigenen Ausstellungen heraus. In der Gesamtheit der Präsentation der Serie Archivim Raum und Re-präsention im Katalogsind die eigenen Fotos nur ein Teil der persönlichen Arbeit. Er zeigt im Grunde fremde Bildkombinationen und stülpt ihnen ein eigenes Hyperimage über. Eindeutig kann es nicht sein: Hier ist das Medium die Botschaft. Ein Medium, das strikt referenziell arbeitet. Der Fotograf als Mann mit dem richtigen Standpunkt hat sich verabschiedet. Solche Kunst speist sich aus der Überzeugung, dass Geschichte und Konventionen der Fotografie, ja der Apparat selbst dem Betrachter genug zu erzählen haben. Zellerhoffs Bilder sehen daher oft geradezu einfach – quasi ‚unkünstlerisch’ –  aus, stecken aber voller Informationen, Andeutungen und Hinweisen.

Storage, depot, archive, museum – places where memories are deposited traditionally have long since become not just metaphors but concrete forms of contemporary art. Martin Zellerhoff’s 63-part series Archiv deals with the depiction of a collection of this kind, created as work material and a private memory aid of an art historian. Zellerhoff photographed the transparent plastic slide cassettes on a light table on which slides and negatives were viewed and sorted with a magnifying glass in the age of analogue photography. The slightly desolate state of the compilation seems to confirm those pictorial theories that had predicted the demise of this medium. 

Zellerhoff, whose practice has long been concerned with conventions of image production and presentation, reflects in Archiv on the parallel process of the disappearance of motif and medium from the dual viewpoint of the man behind the camera and the picture editor of his own exhibition. In the totality of the presentation of the series in the exhibition space and it’s re-presentation in the catalogue, his own photos are clearly only one part of the personal work. Basically he presents alien combinations of images and imposes his personal hyperimage on them. It can not be clearer: here the medium is the message. A medium that works strictly referentially. Such art feeds on the conviction that history and conventions of photography, indeed the apparatus itself, have enough to tell the viewer. Therefore, Zellerhoff’s pictures may often look simple – almost ‚inartistic‘ – but eventually they are full of information, hints and suggestions.