Hans-Jürgen Haffner „we aren`t musicians“

Martin Zellerhoff (*1964) beschäftigt sich in seinem künstlerischen Projekt mit der Fotografie. Schien er sich in seinen Arbeiten bislang mit dem Fotografischen als einer im Verschwinden begriffenen Bildtechnik auseinanderzusetzen, nehmen seine neuesten Arbeiten eine thematisch andere Richtung – ohne dabei den medienreflexiven Aspekt des bisher entstandenen Werks aufzugeben. Gleichwohl überprüft Zellerhoff in seinen Fotografien, die er zu Bildserien und ­displays zusammenfasst, wie sich das Medium Fotografie konzeptuell sozusagen ›beanspruchen‹ und thematisch einrichten lässt.
Für seinen Beitrag zur Gruppenausstellung »We Aren’t Musicians« im Kunstverein hat Zellerhoff eine Serie neuer Fotografien produziert, die er in der Ausstellung zu verschiedenen, teils autobiografisch, soziologisch und technikgeschichtlich lesbaren Narrativen organisiert. Trotzdem behält die einzelne, in die jeweiligen narrativ­assoziativen Zusammenhänge eingesponnene Fotografie ihre individuelle Qualität und ermöglicht – als Bild – ihren eigenen Deutungszusammenhang. Martin Zellerhoffs Umgang mit dem Fotografischen als Bildtechnik und Medium weist auf die Ambivalenz hin, die sich aus der technischen Beherrschung eines Mediums und seiner konzeptuellen Beanspruchung entwickelt und macht sie für seine Arbeit produktiv. Traditionell hergestellte Fotografie und angeeignete Agenturaufnahmen bezieht Zellerhoff ebenso in seine Arbeit mit ein, wie er verschiedene Bildtypen erkundet und dabei auf Codes des Dokumentarischen aber auch der Produkt­ und Werbefotografie zurückgreift. Aus der Position des traditionellen Fotografen heraus scheint er immer wieder die feine Trennlinie zwischen Bild und Kunst zu überschreiten und die Mechanismen kultureller Wertzuschreibung in Frage zu stellen, wenn er in seiner Arbeit Konzeptualität und Handwerk­ lichkeit, fototechnische Könnerschaft und künstlerische Fachkenntnisse gegeneinander ausspielt.

 

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